Mittel
schwaben

Zwischen Donau und Allgäu

Die Baugruppe Mittelschwaben aus südwestlicher Richtung

Mittelschwaben erstreckt sich zwischen dem Donautal im Norden und dem Allgäu im Süden und ist geprägt von weiten, flachen Tälern, in denen die Flüsse und Bäche nach Norden der Donau zustreben.
Entlang dieser Gewässer entwickelten sich Straßendörfer, in denen die Höfe beiderseits der von Süden nach Norden laufenden Straße liegen. Dies wird in der Baugruppe Mittelschwaben abgebildet - sie liegt zwischen Feldern und Viehweiden an einem breiten Weg.

Für Mittelschwaben war früher der Ständerbau vorherrschend, ausgeführt als Ständerbohlenbau oder Fachwerk. Die Gebäude waren wie im Allgäu zweigeschossig, während im sich nördlich anschließenden Donautal und in Nordschwaben eingeschossig gebaut wurde. Steile, strohgedeckte Dächer mit einem Neigungswinkel von über 45° waren ebenso typisch.

Im südlichen Mittelschwaben überwogen, ähnlich wie im Allgäu, Einfirsthöfe.
Kleine Hofstellen, die nur aus einem Gebäude bestanden, waren einst typisch für die Region. Diese sogenannten Sölden vereinten Wohn- und Stallteil unter einem Dach, verbunden mit einer Tenne. Die Sölden aus Siegertshofen und Honsolgen sind hierfür gute Beispiele.

Weiter im Norden und bei größeren Hofstellen bestanden die Höfe aus zwei oder mehr Gebäuden: Ein Wohnhaus mit Stall und eine separat stehende Scheune waren vorherrschend. Das Bauernhaus Meßhofen bildet zusammen mit dem Stadel aus Nattenhausen eine solche Hofstelle, auch wenn die beiden Gebäude ursprünglich nicht am selben Ort standen.

Die Baugruppe wird durch zwei ländliche Funktionsbauten ergänzt: eine Viehwaage aus der Gemeinde Schwabmühlhausen sowie ein Schweinestall aus Lauben - letzterer beinhaltet neben den Koben für die Schweine auch gleich den Abtritt für die menschlichen Bewohner des Hofes.

Die Viehwaage aus Schwabmühlhausen vor der Sölde Siegertshofen
Die Küche des Behelfsheims aus Gessertshausen

Etwas abseits der Baugruppe liegt das kleine Haus aus Gessertshausen. 1944 als sogenanntes Behelfsheim, also eine Notunterkunft für ausgebombte Städter erbaut, war es ab den 60er Jahren an einen Fotografen vermietet, der sich im Keller ein Fotostudio einrichtete.

2012 wurde das Gebäude ins Freilichtmuseum verbracht - auf Grund der geringen Größe beinahe „am Stück“. Lediglich ein Anbau und der Dachstuhl mussten abgebaut werden, das Erdgeschoss konnte im Ganzen per Schwerlasttransport über die gerade fertig gestellte neue Illerbrücke ins Museum gebracht werden.

Die Einrichtung erfolgte im Stil der 40er Jahre, doch auch das Fotolabor im Keller blieb erhalten. Dort informiert auch ein Medienraum über die Geschichte des Hauses und die Translozierung ins Museum.

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