Museums
geschichte

Vom Heimatmuseum zum Freilichtmuseum

Das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren ist das älteste Freilichtmuseum in Süddeutschland. Dies liegt auch in seiner besonderen Geschichte begründet, denn alles begann mit einem Heimatmuseum mitten im Dorf


1948

Restaurator und Bildhauer Hermann Zeller gründet den Heimatverein „Heimatdienst Illertal e.V.“ Erklärtes Ziel ist die Gründung eines Museums, das zunächst noch „Illertal-Museum“ heißen soll. Bereits jetzt werden Objekte für das spätere Museum gesammelt.

1954

Der Verein erwirbt das Haus Nr. 11 „beim Wanger“, 1955 wird das „Bauernhofmuseum“, die heutige St.-Ulrich-Sölde, eröffnet. Zunächst sind nur die Räume im Erdgeschoss zu besichtigen, denn das Obergeschoss ist noch immer bewohnt.

1962 - 1967

Das Museum bezieht das ganze Haus. Es werden nun auch thematische Ausstellungen gezeigt. Neben einer regen Sammlungstätigkeit bemüht sich der Verein darum, weitere Häuser dem Museum hinzuzufügen. 1967 wird das erste Haus nach Illerbeuren transloziert, ein Pfarrstadel aus Arlesried. Damit ist der Grundstein für den weiteren Ausbau zum Freilichtmuseum gelegt.

1970er Jahre

Die Rettung und der Erhalt ländlicher Architektur wird immer mehr zur zentralen Aufgabe des Museums. Innerhalb von nur zehn Jahren werden neun Gebäude auf das Gelände versetzt - es entsteht ein „Dorf im Dorf“.

1980 - 1983

Allmählich zeichnet sich ab, dass der weitere Ausbau und Betrieb des Museums die Möglichkeiten eines Vereins übersteigt. Gleichzeitig ist die Übernahme weiterer Gebäude geplant. Eine neue Trägerschaft des Museums wird angestrebt. 1983 wird der Zweckverband "Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren" als zukünftiger Träger des Museums gegründet. Neue Grundstücke und Gebäude wie der Neubauerhof kommen hinzu.

 

1987

Der Volkskundler Dr. Otto Kettemann wird neuer Leiter des Bauernhofmuseums und treibt  den Ausbau zum Freilichtmuseum für den gesamten Bezirk Schwaben maßgeblich voran. Dafür werden Abteilungen für das wissenschaftliche Arbeiten, eigene Werkstätten und eine selbstständige Landwirtschaft geschaffen. Die Sammlungsbestände werden zielgerichtet erweitert und das Besucherangebot wird um museumspädagogische Programme und Veranstaltungen ergänzt.

1993

Das „Museumskonzept 2000“ sieht vor, die historischen Häuserlandschaften Schwabens in regionalen Baugruppen abzubilden. Hierfür erwirbt der Zweckverband weitere Grundstücke - das Erweiterungsgelände hinter der Unterführung. Hier sollen die neuen Baugruppen entstehen.

1996

Die Baugruppe „Technik auf dem Land“ nimmt Gestalt an. Zunächst werden ein Wasserpumphaus aus Reicholzried sowie ein Windrad aus Kraiberg ins Museum verbracht.

1997

Das 1982 im Illerbeurer Pfarrstadel eröffnete Schwäbische Schützenmuseum geht nach dem Tod seines Gründers Bernhard Oberst in die Trägerschaft des Museums über. Die umfangreiche Sammlung von über 8000 Exponaten wird wissenschaftlich aufgearbeitet.

2000

Auf dem Erweiterungsgelände entsteht, beginnend mit der Sölde Honsolgen, die Baugruppe Mittelschwaben. Außerdem wird die Baugruppe Technik auf dem Land um die Landmaschinenwerkstatt aus Aichstetten sowie die Landmaschinengroßhandlung Buchloe erweitert. Letztere beherbergt ab 2006 eine große Ausstellung zur Geschichte der Landwirtschaft in Schwaben.

 

 

2003 - bis dato

Für die weiteren geplanten (noch nicht zugänglichen) Baugruppen "Nordschwaben, Alpines Vorland, Alpenraum" werden auf dem zukünftigen Museumsgelände drei Gebäude errichtet: Bauernhaus Engenberg, Bauernhaus Weicht sowie die Kapelle Luttenried. Zudem werden fünf weitere Gebäude abgetragen und für den späteren Aufbau eingelagert.

Das Haus zur Schützenkultur entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Werkshalle. Auf 700m² soll die umfangreiche Sammlung zur Schützenkultur präsentiert und die Geschichte der süddeutschen Schützen erzählt werden. Ein Wasserschaden verhindert in letzter Minute die Eröffnung, das Gebäude muss auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben.

Dezember 2017

Für die weiteren geplanten Baugruppen wird eine erhebliche Flächenerweiterung notwendig. Nach Jahren der Planung gelingt der Lückenschluss, so dass bereits vorhandene Areale künftig zu einem großen Erweiterungsgelände verbunden werden können. Dem weiteren Ausbau des Museums steht nun nichts mehr im Weg!

2018

Mit der Bezirkstagswahl 2018 verändert sich die Zusammensetzung des Zweckverbandes "Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren". Die Nachfolge von Schwabens scheidenden Bezirkstagspräsidenten Jürgen Reichert übernimmt Martin Sailer ist damit zugleich Vorsitzender des Museumszweckverbandes. Seine Stellvertreter sind Hans-Joachim Weirather, Landrat des Landkreises Unterallgäu und Simone Zehnpfennig, Vorsitzende des Heimatdienstes Illertal e.V.