Die 41. Handwerkertage

Im Rahmen der 41. Handwerkertage im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren - die am Wochenende des 10./11. September 2022 (10 -17 Uhr) stattfinden – wird nicht nur historische Handwerkskunst gezeigt, sondern eine ganz bestimmte Lebenshaltung, ein Lebensgefühl wachgerufen. Hier wird spürbar, wonach die Menschen in dieser aktuellen Zeit der Verwerfungen wieder Sehnsucht verspüren. Es ist die Rückbesinnung auf echte Werte.

„Beim Schmieden da wird nicht viel geredet. Auch mit dem Lehrling nicht. Der lernt mit den Augen. Lernen tut man ja bloß mit den Augen! Das ist doch logisch! Man guckt, wie macht es der, und dann versucht man, es nachzumachen. (…) Das musst Du selbst lernen. Und zwar vom Sehen. Viel erklären kann man da nicht, man muss sehen, wie’s gemacht wird.“ (Aus: Vom Schmied – solange die Esse noch glüht: Alte Handwerker – Die letzten ihrer Zunft, Stuttgart 1989)

So beschreibt ein Schmiedemeister den Lernprozess im Handwerk. Dieses Zitat mag schon etwas älter sein, doch am Prinzip hat sich bis heute nichts geändert. Denn worum geht es im Handwerk? Um ein sich Heranarbeiten, sich mit dem Stoff konkret auseinandersetzen, das Material spüren lernen und genau beobachten, wie man es anfasst und in den Griff bekommt.
Dieses Prinzip des genauen Hinsehens, des Selbermachens und beständigen, ruhigen Probierens, um so die Kenntnisse, Erfahrungen immer weiter zu verfeinern, hat in jedem Handwerkssegment seine Gültigkeit – bis heute.

Langlebig und beständig
Die aktuelle Wiederentdeckung von Werten wie „regionale Herkunft“, „Ressourcen schonende Verarbeitung“, „Qualität“ sowie die Wiederentdeckung traditioneller bewährter Handarbeit und Methoden lässt erkennen, dass die Gesellschaft auf der Suche nach den echten Dingen im Leben ist. Danach, was trägt. Die Handwerkertage im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren passen somit treffsicher in diese Zeit des Umschwungs. Denn die mehr als 50 Gewerke, die an diesem Wochenende in den historischen Häusern und im Gelände gezeigt werden, vermitteln genau diese besondere Wertschätzung. Ob die Meisterin, der Meister oder die Gesellin, der Geselle am Werk sind – sie alle bringen hier beim Tun vor Ort ihre Zuneigung zum Material, ihre liebevolle Geduld, spontane Kreativität und ihren Kunstsinn zum Ausdruck. Eine Haltung, die in einer Zeit der schnellen Reproduzierbarkeit und entgrenzten Beliebigkeit als Kontrapunkt guttut.

Umschwungzeiten und Geheimwissen Handwerk
An diesem Wochenende besteht die Möglichkeit, in diese Welt der Praxis, des Handanlegens einzutauchen und sich anstecken zu lassen. Nicht zuletzt von der Schönheit, die im direkten, sorgsamen Kontakt und Umgang mit den Dingen zu finden ist. Das Produkt steht bei den Handwerkertagen im Bauernhofmuseum Illerbeuren ganz im Zentrum sowie die Meister*innen, die sie mit Leidenschaft herstellen. Das deckt sich mit der Wertschätzung der Menschen für Handgefertigtes, für das Unikat und für das Selbstgemachte. Und ebenso mit dem insgeheimen Motto oder Wahlspruch vieler: Lieber selber machen, statt fern kaufen. Lieber wissen woher, statt wohin. Lieber reparieren statt andauernd neu konsumieren. Handwerk ist eine zupackende Angelegenheit. Aber es braucht schon auch einen intuitiven Zugang zum Stoff. Es liegt tatsächlich eine gewisse Art Magie oder Geheimwissen in jeder konkreten Auseinandersetzung mit dem natürlichen Stoff und im Arbeitsprozess selbst. Dieses Hand-Wissen ist jedenfalls ein besonderes Gut, welches es weiterzugeben gilt. Die Zeichen der Zeit stehen dafür nicht schlecht!

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Winterpause

Das Freilichtmuseum ist in der Winterpause. Aber Winterpause ist nicht gleich Winterschlaf. Folgt uns auf Instagram und erfahrt was wir hinter den Kulissen werkeln und schaffen.

Die Töpferei hat bis einschließlich 23. Dezember geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Das Museumsgasthaus Gromerhof hat ebenfalls geöffnet: Mittwoch und Donnerstag von 17 bis 24 Uhr sowie Freitag bis Sonntag von 11.30 Uhr bis 24 Uhr.