Historische
Obstsorten

Sortenausstellung von Museumsäpfeln zum Obsttag

Was das Bier für die Bayern war, war der Most für Schwaben. Gewonnen aus Äpfeln und Birnen erfrischte er Generationen von Bauern - heute ist er fast nur noch ein Getränk von Liebhabern. Obstbäume säumten einst die Straßen, an den Ortsrändern befanden sich Obstwiesen. Viele alte Sorten sind in Vergessenheit geraten und stehen unerkannt in alten Bauerngärten.

Etwa einhundert verschiedene Obstbaumsorten werden im Museum angebaut. Gewürzluiken, Goldparmäne, Zabergäurenette oder Schöner von Herrnhut flankieren die Wege und stehen für eine Sortenvielfalt, die nur noch selten zu finden ist. Dass es neben den handelsüblichen Tafeläpfeln z.B. auch Winteräpfel gibt, die erst nach dem Lagern um Weihnachten herum am besten schmecken, weiß heute kaum noch jemand.

Die meisten Sorten im Museum wurden bereits vor 1900 kultiviert, mit einigen Ausnahmen wie dem Jakob Fischer Apfel aus Rottum bei Ochsenhausen oder dem sogenannten KZ 3 (auch Korbiniansapfel genannt) - er wurde von dem Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Häftlingszeit im KZ Dachau gezüchtet.

Formobstbau - das Spalierobst

Einzigartig ist der Spaliergarten: Der Mustergarten im Museum zeigt, in welcher Form der Obstanbau auch für windgeschützte Kleinräume wie Hausfassaden und Wegeführungen nutzbar ist. Im 19. Jahrhundert wurde das Ziehen der Bäume als Formgehölze, also Spalierobst, populär. Als ein ökologisches Kleinod erlebt das Spalier heute eine Renaissance im Gartenbau.

Formgehölze wurden im 17. Jahrhundert in Frankreich entwickelt und wurden im 19. Jahrhundert besonders beliebt. Schließlich eignete sich der Formobstbau auch für kleine Gärten ohne Obstwiese, um an Zäunen oder Häuserwänden auf kleinstem Raum eigenes Obst zu ziehen. Besonders im Allgäu mit seinem rauen Klima ist das Spalierobst von jeher geschätzt: Die Wärme, die von der Hauswand abgestrahlt wird, lässt auch empfindlichere Sorten reifen.

Das Spalierobst erfreut sich zunehmender Beliebtheit, weshalb das Bauernhofmuseum jedes Jahr einen Kurs zum Spalierschnitt anbietet.

Der Spaliergarten zeigt verschiedene Arten von Formgehölzen

Winterpause

Das Freilichtmuseum ist in der Winterpause. Aber Winterpause ist nicht gleich Winterschlaf. Folgt uns auf Instagram und erfahrt was wir hinter den Kulissen werkeln und schaffen.

Die Töpferei hat bis einschließlich 23. Dezember geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Das Museumsgasthaus Gromerhof hat ebenfalls geöffnet: Mittwoch und Donnerstag von 17 bis 24 Uhr sowie Freitag bis Sonntag von 11.30 Uhr bis 24 Uhr.