Dauer
ausstellungen

Werkstätten

Die Schuhmacherwerkstatt im Grieshof

Handwerk auf dem Land

Wenn die Landwirtschaft nicht ausreichte, um die Menschen eines Hofes zu ernähren, musste ein zweites Standbein her. In vielen Fällen war das ein Handwerk. Gerade in den kleinen Sölden wurde deshalb oft noch eine Werkstatt betrieben.
So bestand in der St.-Ulrich-Sölde bereits seit 1788 eine Wagnerei, die Teil der musealen Präsentation wurde.

Die Darstellung historischen Handwerkes gehörte von Anfang an zu den Kernaufgaben des Museums. Daher wurden im Alten Museumsdorf Schauwerkstätten eingerichtet, auch wenn es sie in dieser Form in den Häusern nie gab. Dazu gehören z.B. die Bürstenbinderei im Uttenhof oder die Schuhmacherwerkstatt im Grieshof.

Die Schmiede aus Lobach ist hingegen tatsächlich in Benutzung gewesen, ebenso wie die Maschinenwerkstatt aus Aichstetten.

Lebendiges Handwerk

Viele traditionelle Handwerksberufe sind schon seit der Industrialisierung, spätestens aber seit den 1960er Jahren im Verschwinden begriffen: Wagner und Weber, Küfer und Kesselflicker, Hutmacher und Hufschmied und viele andere mehr.

Die Werkstätten allein reichen daher nicht aus: Ein einzelnes Werkzeug allein erschließt sich dem Betrachter oftmals nur schwer; erst die Vorführungen und das Erzählen darüber machen es verständlich.

Aus diesem Grund finden seit 1980 im Bauernhofmuseum jeden September die Handwerkertage statt - ein Wochenende, an dem Handwerker aus ganze Schwaben in den Werkstätten, Stuben und Höfen ihre Kunst vorführen und fachkundig und bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit geben.

Bürstenmacherwerkstatt im Uttenhof

Themenausstellungen

Ein typisches Wohnzimmer in den 50er Jahren

Zeit(t)räume: Eine Landgemeinde zwischen Eisenbahnanschluß und Dorferneuerung

Im Erdgeschoss des ehemaligen Stalls vom Neubauerhof befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte der Gemeinde Illerbeuren. Ursprünglich als Sonderausstellung konzipiert, fand sie einen solchen Anklang, dass sie als dauerhafte Präsentation ins Museum integriert wurde.

Die kulturgeschichtliche Ausstellung zeigt das Landleben und die Zeitgeschichte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre. Sechs Kabinette beleuchten schlaglichtartig einzelne Zeiträume von der ersten Eisenbahn über den Ersten Weltkrieg, die Goldenen Zwanziger und den Nationalsozialismus bis hin zum berühmten Nierentisch der 50er Jahre. Zeitgeist und Dorfleben werden in Beziehung gesetzt und zeigen, wie sich Geschichte im Alltag wiederspiegelt.

Landtechnik - Technik auf dem Land

Heute ist es schwer vorstellbar, mit welchen Mühen die Landwirtschaft in früheren Zeiten verbunden war.

Im Zuge der Industrialisierung wanderten Knechte und Mägde in die sich stetig vergrößernden Städte ab. Dieser Mangel an Arbeitskräften konnte ab den 1950er und 1960er Jahren durch Maschinen ausgeglichen werden. Traktoren traten anstelle des Pferde- oder Ochsengespanns, gedroschen wurde erst mit der Dreschmaschine, dann mit dem Mähdrescher, der gleichzeitig das Mähen übernahm.

Die Entwicklung der Landtechnik in Schwaben wird durch eine große Dauerausstellung in der ehemaligen Landmaschinengroßhandlung aus Buchloe dargestellt. Auf fast 1.000 qm sind die einstigen neuesten Landmaschinen präsentiert, in die Entwicklung der Landwirtschaft und Gesellschaft eingebunden und erschließen die damals neue Technik - mitsamt ihrer Kehrseiten.

Auf 1000 qm Fläche - Geräte und Maschinen

Torf und Tourismus

Die schiefe Gastwirtschaft aus dem Bremental bei Jettingen mauserte sich von einer einfachen Arbeiterkantine im Moor zu einer beliebten Ausflugswirtschaft mit Kegelbahn.

Neben der Einrichtung der Wohn- und Gasträume im Stil der Zwanziger Jahre erzählt eine Ausstellung im Dachgeschoss von der Geschichte des Torfabbaus. Eine kleine Kabinettausstellung widmet sich einem der Besitzer des Gebäudes, dem Gastwirt Otto Hamp, der aus einer einfachen Gaststätte eine gutgehende Wirtschaft machte.

500 Jahre Schützenkultur in Süddeutschland

Von der Stadtverteidigung bis Olympia 1972: Schützengesellschaften sind ein Kulturphänomen, das besonders Süddeutschland über fünfhundert Jahre hinweg geprägt hat. Straßennamen, historische Schützenhäuser in den Städten oder Schützenvereine auf dem Land sind Überbleibsel einer reichen Geschichte, die 2015 sogar in die deutsche Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen wurde.

Diese Geschichte soll im Haus zur Schützenkultur auf 700m² und über drei Etagen hinweg bilderstark und multimedial erzählt werden. Von den großen Schützenfesten der frühen Neuzeit über die Bundesschießen des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Olympischen Spielen 1972 in München spannt die Ausstellung einen weiten Bogen, widmet sich der Waffentechnik und Handwerk ebenso wie Fragen nach Waffenmissbrauch und staatlicher Kontrolle.

Der Neubau auf dem Gelände einer ehemaligen Werkshalle verfügt nicht nur über einen Turm mit Aussichtsplattform, sondern auch über einen Seminarraum, der u. a. vom Bayerischen Sportschützenbund für Fortbildungszwecke genutzt wird.

Wegen eines gravierenden Wasserschadens kurz vor der Eröffnung im Sommer 2016 konnte die Ausstellung bisher nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der "Scheibenhimmel" sollte ein Glanzstück der neuen Dauerausstellung werden