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PRESSE

Mo. 19.09.16

Obsttag im Schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuren

Kronburg-Illerbeuren. Am Sonntag, den 2. Oktober 2016, lädt das Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren (südlich von Memmingen) zum Obsttag ein. Dabei dreht sich alles um alte Obst- und Gemüsesorten: Der Museumstag in Schwabens Freilichtmuseum bietet viel fachkundige Beratung, Sortenausstellungen, Bestimmung, Verkostung und Verkauf. Darüber hinaus gibt es ein herbstliches Mitmach- und Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie.

Obstbäume im Bauernhofmuseum

Will man eine Apfelsorte probieren, die schon vor 150 Jahren den Kindern schmeckte, so muss man ins Bauernhofmuseum kommen. Hier flankieren historische Obstbäume die Wege und lassen so alte Landschaftsbilder wiedererkennen. Derzeit sind im Museum circa 100 verschiedene Obstbaumsorten zu sehen. Hauptsächlich handelt es sich um Sorten, die bereits vor 1900 kultiviert wurden. Es gibt allerdings prominente Ausnahmen wie den Jakob Fischer Apfel aus Rottum bei Ochsenhausen (erst 1903 entdeckt) oder den sogenannten KZ 3 (auch Korbiniansapfel genannt). Dem bekannten Pfarrer Korbinian Aigner gelang es, als Häftling im KZ Dachau mehrere Apfelsorten zu züchten. Die Apfelernte aus diesem Jahr wird in einer Sortenausstellung gezeigt.

Einzigartig ist der Spaliergarten im Bauernhofmuseum: Um den Ertrag der Obstbäume zu steigern, zog man schon vor über 200 Jahren gerne Formgehölze, also Spalierobst. Einige historische Formen der lebenden Gartenkunst sind in Illerbeuren zu sehen.


Bestimmung

Bundesweit zählt Anton Klaus aus Oberneufnach/ Markt Wald zu den wenigen Fachexperten für die Bestimmung von Apfelsorten. Seit fast 30 Jahren betreibt der bekannte Obstkundler seine intensive Sortenkunde. In seinem Obstgarten hat er circa 500 Apfel-, dazu noch über 100 Birnensorten. Einige Raritäten bringt Klaus nach Illerbeuren mit. In Illerbeuren bestimmt er am Obsttag die von den Besuchern mitgebrachten, unbekannten Äpfel. Dafür sind drei bis fünf Früchte mit Stiel und etwas Blattwerk nötig.


Programm für die ganze Familie

Am Obsttag, pünktlich zum Erntedank, ist ein buntes Programm geboten: Obstsäfte und -brände können gekostet und gekauft werden. Eine historische, von Hand angetriebene, Lohnmostereipresse ist in Betrieb. Die Besucher erfahren Wissenswertes über die Bedeutung der Biene für den Obstbau und können sich bei einem Kartoffelbauern über die enorme Vielfalt der „Erdäpfel“ informieren. Bei der  richtigen Sorten- und Standortwahl berat die Baumschule Gold aus Kronburg. Sie bietet Obstbäume, Spalierobst, Rosen oder Kräuter an. Veredelungsunterlagen und die Beratung zur Veredelung übernimmt die Westallgäuer Obstbaumschule aus Röthenbach (Lkr. Lindau). Der Obst- und Gartenbauverein Kronburg-Lautrach-Illerbeuren lädt zum Mitmachen ein: Herbststräuße und Kränze können selbst gebunden werden. Die Pilzfreunde aus Altusried beraten zu Pilzen der Region und deren Verwertung. Zum Pflanzenschutz und zum Umgang mit Schädlingsbefall weiß Karin Wudler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Dienstsitz Lindau) zu helfen.


Im historischen Backhaus können Kinder Leckereien aus Hefeteig und Obst selbst zubereiten. Monika Zeller, Kreisheimatpflegerin für den Landkreis Unterallgäu, zeigt das Krauthobeln und Krauteinlegen. Äpfel aus dem Museumsgelände können selbst gepresst und verkostet werden. Beim Spiel „Wilhelm Tell“ kann man sich in seiner Treffsicherheit üben. Bei gutem Wetter lädt im Gelände ein Lagerfeuer zum Verweilen und zum Genuss von Stockbrot ein.

Die Landfrauen des Kreisverbandes Unterallgäu des Bayerischen Bauernverbandes versüßen den Tag mit Apfelküchle und anderen Leckereien, in der Torfwirtschaft „Otto Hamp“ und im Gromerhof können auch herbstlich-herzhafte Gerichte genossen werden.

Bei gutem Wetter zeigt Museumslandwirt Helmut Brader die anstehenden Arbeiten auf den Feldern. Nicht mit großen Landmaschinen, sondern mit seinen Pferden zeigt er die die Arbeitsschritte pflügen, eggen und säen. Die Museumspferde, die Süddeutschen Kaltblüter Max und Moritz, laden zu einer Kutschfahrt ein.

Die Veranstaltung findet am 2. Oktober von 11 und 17 Uhr statt.


Das Freilichtmuseum hat am Tag der Deutschen Einheit, Montag den 3. Oktober, ebenfalls von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Honorarfreies Bildmaterial kann erfragt werden.

Kontakt Museum
Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren
Museumstraße 8 | 87758 Kronburg-Illerbeuren
Telefon: (0 83 94) 14 55 | Fax: (0 83 94) 14 54
info@bauernhofmuseum.de || www.bauernhofmuseum.de

Öffnungszeiten:

1. März bis 31. März 10–16 Uhr
1. April bis 15. Oktober 9–18 Uhr
16. Oktober bis 30. November 10–16 Uhr

Montags (außer an Feiertagen) und am Karfreitag geschlossen.

 

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