Der Todestag des Heiligen ist der 6. November. Vielerorts findet der Leonhardiritt am Sonntag nach Leonhard statt. In Bayern lässt sich südlich der Donau seit dem Barock eine große Zahl an Leonharditten und -fahrten nachweisen.
Ursprünglich galt Leonhard als Patron der Gefangenen. Er erhielt zur Urbarmachung kirchlichen Landes Strafgefangene, deren Indienstnahme als Befreiung interpretiert wurde. Dass Leonhard Schutzpatron der Tiere im Allgemeinen und der Pferde im Speziellen wurde, ist eine bayerische Besonderheit (seit dem 17. Jahrhundert). Wahrscheinlich führte sein Erkennungszeichen, die Sklavenkette, zur Ausweitung seiner Schutzfunktion auf die in der Landwirtschaft eingesetzten Tiere, insbesondere die wertvollen Pferde. Zwar haben Pferde in der heutigen Landwirtschaft nahezu ausgedient, aber das Reiten als Freizeitvergnügen und Sport belebt den Brauch der Leonhardiritte erneut.
Der Leonhardiritt in Illerbeuren
Am Sonntag, 7. November 2010, findet zum 26. Mal die Prozession zu Ehren des Heiligen Leonhard in Illerbeuren statt.
In Illerbeuren wird alljährlich am Heiligentag des Leonhards (6. November) oder am darauf folgenden Sonntag der Leonhardiritt veranstaltet. Ein langer Zug von Reitern, Kutschen und Musikkapellen macht sich auf den Weg durch das Dorf zur Leonhardskapelle im Bauernhofmuseum. Dort werden die Pferde durch den örtlichen Pfarrer gesegnet.
Im Anschluss daran trifft man sich zur Einkehr in der Museumsgaststätte Gromerhof. Alljährlich steht der Leonhardiritt unter der Schirmherrschaft einer anderen, wichtigen Persönlichkeit aus der Region.
Der seit vielen Jahren in Illerbeuren gepflegte Brauch des Leonhardiritts findet regen Zuspruch. Alljährlich nehmen hunderte von Zuschauer sowie zahlreiche Reiter und Gespannlenker an der farbenprächtigen Prozession teil.





